Idee

Lebensräume werden oft von kleinen in sich geschlossenen Projekt-Teams gestaltet und für viele Jahre festgelegt. Die effektiven BewohnerInnen und NutzerInnen haben dabei selten ein Mitgestaltungsrecht. Mit Gemeinschaft Bauen versuche ich den Prozess zu öffnen und dessen Rollenverteilung auf den Kopf zu kehren. Wir suchen nach Menschen und deren gemeinsamen Wünschen. In einem zweiten Schritt wollen wir Menschen in kürzerster Zeit dazu befähigen ihre Lebensräume zu verändern,  ergänzen oder von Grund auf neu gestalten. Dadurch sollen lebenswerte und gemeinschaftlich orientierte Lebensräume entstehen. Schliesslich werden Möglichketen erarbeitet die gemeinschaftlichen Lebensraumgestaltung auch in Zukunft reproduzierbar zu machen. Denn die entstandene Lebensräume sollen sich, auch in Zukunft, der ständig verändernden Gemeinschaft anpassen können.

Um Menschen dabei zu unterstützen habe ich ein Prozessmodell entwickelt welches ich während meinem Diplomjahres am HyperWerk in Mosambik, Indien und der Schweiz erprobte. Im folgenden möchte ich einzelne Ergebnisse und Erfahrungen präsentieren.

Projekt-Team

Lukas Oppler, Joseph Theilmann

Zeitraum

2015/16

Sponsoren

lukasoppler.ch

Unterstützt durch

Begleitung während des Studiums
Anka Falk (Coach HyperWerk)
Michael Tatschel (Externer Coach)
Elie Kioutsoukis
Eliane Gerber
Irene Schnider

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Familien Naujoks in Mosambik
Dorothea Naujoks
Arndt Naujoks
Milan Naujoks
Jarno Naujoks
Jomo Naujoks

IIT Hyderabad, Indien
Einladung und Unterstützung
Prasad Onkar (Assistenzprofessor DoD*)
Deepak John Mathew (Institutsleiter DoD)
Uday Desai (Direktor)
Anka Falk (Coach HyperWerk)

Fortwährende Unterstützung
Joseph Theilmann (Team GeBau)

Bauprozess
Soori (Angestellter IITH)
Diverse Bussfahrer
Projektleiter der Baustelle L&T
Ingenieur der Baufirma L&T
Saj Mohan (Stu)
Rini Suhasini (MaStu DoD)
Amol Bendkule (MaStu DoD)
Chhaya Verma (MaStu DoD)
Garima Vish (MaStu DoD)
Verma Pallavi (MaStu DoD)
Raj Narayanan (MaStu DoD)
Seemant Chourey (MaStu DoD)
Vijay Kumawat (MaStu DoD)
Renuka Palnitkar (MaStu DoD)
Apoorva Kshirsagar (MaStu DoD)
Farooq Imran Khan (MaStu DoD)
Ambreesh Arya (MaStu DoD)
Soham Rakshit (MaStu DoD)
Pranavasthitha Tandra (MaStu DoD)
Ankana Sen (Doktorandin DoD)
Shweta Verma (Doktorandin DoD)
und viele mehr…

Entwicklungsprozess
300 Studierende und Angestellte des Campus (Anonym)
Rini Suhasini (MaStu DoD)
Amol Bendkule (MaStu DoD)
Ambreesh Arya (MaStu DoD)
Soham Rakshit (MaStu DoD)
und viele mehr..

HGK, Basel
Bauprozes
Christian Hollinger (Stu HW)
Daniel Nikles (Stu HW)
Anna Cordasco (Stu HW)
Jannis Ebinger (Stu HW)
Lino Bally (Stu HW)
Flurina Brügger (Stu HW)
Claudio Bernath (Stu HW)
Lukas Walker (Stu HW)
Nora Fankhauser (Stu HW)
Kilian Norlander (Stu HW)
Luis Lüthi (Stu)
Franziska Steiner (angehende Stu HW)
Anouk Stucky (angehende Stu HW)
Joseph Theilmann
OffCut Basel (Materialkooperation)

Einweihung:
Andrina Stauffer (Stu HW)
Tosca Weber (Stu HW)
Luis Moser (Stu HW)
Flavio Duarte (Stu HW)

Entwicklungsprozess:
Philippe Vilfroy (Stu HW)
Jennifer Ruesch (Stu HW)
Elia Corcer (Stu HW)
Anja Spielgel (Stu IIA)
Lukas Popp (Stu HW)
Florian Bitterlin (Stu MD)
Ralf Neubauer (Stu MD)
Juan (Stu IIA)
Nora Fankhauser (Stu HW)
Louis (Stu IID)
Jannis Ebinger (Stu HW)
Sandra Tannous (Atelier Mondiale)
Rasso Auberger (Dozent HW)
Eliane Gerber (Assistenz HW)
Mischa Schaub (Institutsleiter HW)
Anne-Marie Bloor (Sekretariat LGK)
Louis Moser (Stu HW)
Nadia (Stu IID)
Jana (Stu IID)
Natalie (Stu IID)
Kurt (Dozent BauRaum)
Isabelle (Stu HW)
Petra (Angestellte HGK)
Quirin (Stu HW)
Noemi (Stu HW)
Vanessa (Stu HW)
Lukas Popp (Stu HW)
und viele mehr…

Stu = StudentIn
MaStu = MasterstudentIn
DoD = Departement of Design
HW = Institut HyperWerk
IID = Institut Industrial Design
LGK = Institut Lehrberufe für Gestaltung & Kunst
MD = Masterstudio Design
GeBau = Projekt Gemeinschaft Bauen

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Medienberichte

HYPERMAGAZINE

Prozessmodell

Ergebnis meiner Arbeit ist unter anderem ein Prozessmodell welche zwölf Punkte beschreibt, die durchlaufen werden sollen, um ein einen Lebensraum neu zu erfinden.

 

Station I – Mein Projekt in Kinderschuhen

Inspiriert durch meinen Aufenthalt in Mosambik, im Zuge des Projektes Supatxenja, entwickelte eine erste Idee, besser gesagt eine Vorgehensweise, wie ich dachte würde es möglich sein, eine nachhaltige Gemeinschaft zu bilden, die sich immer wieder aufs neue stärkt und am Leben hält. Die Vorgehensweise soll mir ermöglichen neues von anderen Menschen zu lernen, es soll in einem kleinen Umkreis beginnen, die Leute vor Ort sollen es bauen, nutzen, laufend verbessern und ihnen soll es gehören.

Die erarbeitete Vorgehensweise kann ich in Mosambik ein erstes Mal testen. Von verschiedenen Ideen, entsteht die Idee, mit der Familie, bei der ich wohne, einen Seilpark zu konstruieren. Von allen anderen Ideen ist das eine realistische Aussicht ein langlebiges Ergebnis zu erhalten. Ich habe es hier mit drei Kindern zu tun, welche ich versuche bestmöglich in den Prozess zu integrieren, was nicht immer ganz einfach war, zeitweise aber doch ganz gut gelingt. Das Ergebnis: Eine Seilrutsche und eine Schaukel. Zur Einweihung laden wir viele Kinder ein, welche den neuen Lebensraum begeistert im Beschalg nehmen. Auch am nächsten Tag ist die Begeisterung noch hoch, und bereits um 6 Uhr morgens stehen die Kinder auf, um zu Spielen.

 

Station II – Ein Campus im Aufbau

In Indien besuche ich mit meinem Projektpartner Joseph Theilmann einen Campus des IIT (Indian Institute of Technology), welcher sich noch Aufbau befindet. Mit dem dortigen Design Institut haben wir die Chance unser Prozessmodell zum ersten Mal in einem grösseren Umfeld mit rund 2'000 Studierenden und Dozierenden anzuwenden. Sehr erfolgreich können wir schliesslich innerhalb von drei Wochen alle Phasen durchlaufen. In Anlehnung an die Forderung nach mehr Grünflächen, mehr Schattenplätze und nach Orten für die Gemeinschaft ist die Vision eines überwachsenen Sitzplatzes entstanden. Kurz vor unserer Abreise können wir die mit Schlingpflanzen umsäumte Bambusstruktur, welche einen bestehenden Sitzplatz überdeckt, sowie einen temporären Unterstand für den Bus,  einweihen.

Update, 1.6.2017:
Die bewachsende Bambusstruktur steht noch nach zwei Jahren und ist zu einem beliebten Ort für gemeinschaftliche Aktivitäten wie Geburtstagsfeiern geworden.

 

Station III – Zurück in der Schweiz

Schliesslich zurück in der Schweiz erwarten mich an der Hochschule für Gestaltung und Kunst neue Herausforderungen. Im Zeitfenster einer Woche will ich Studierende befähigen ihren Lebensraum, genauer gesagt den Vorplatz der HGK in Basel, nach ihren Wünschen neu zu erfinden. Ich beginne mit dem Prozess bereits 4 Wochen zuvor. Ich setzte mich auf den Vorplatz und versuche alle Leute, welche sich auf dem Areal aufhalten, auf ein speziell dafür entwickeltes Spiel einzuladen. Hier haben alle die Möglichkeit Wünschen und Ideen Ausdruck zu verleihen. Es entstehen viele Wünsche und erste Ideenansätze, welche ich mit einem kleinen Kernteam zusammen trage und zu möglichen Ideen weiterentwickle. Massgeblich beschränkt sich die Auswahl in Anbetracht der fünf Tage, welche für die nächsten Schritte noch übrig bleiben. Die Grundidee steht schliesslich fest: Vorhandenen Platikkontainern sollen zu Sitzgelegenheiten umgenutzt werden. Die Projektwoche ist eröffnet, kleinere Gruppen bilden sich, es wird geplant, mit Materialien experimentiert, verbessert und vollendet. Im Fokus steht dieses mal nicht eine langlebiges Produkt, sondern vielmehr die Möglichkeit verschiedenste handwerkliche Methoden zu erproben und ein verbindendes gemeinschaftliches Erlebnis zu schaffen.